LKW vermieten: Führerschein, Maut & Kontrollen
LKW vermieten: Führerschein, Maut und Kontrollen — was Vermieter wissen müssen
Hinweis: Dieser Beitrag informiert allgemein über rechtliche Rahmenbedingungen. Er ersetzt keine individuelle Rechtsberatung — bei konkreten Fragen wenden Sie sich an einen Fachanwalt für Verkehrsrecht oder Transportrecht.
Welchen Führerschein braucht der Mieter — und wie prüft der Vermieter das?
Für LKW über 3,5 Tonnen ist mindestens Führerscheinklasse C1 erforderlich — und ab einem zulässigen Gesamtgewicht über 7,5 Tonnen wird Klasse C zur Pflicht. Als Vermieter sind Sie nicht nur berechtigt, den Führerschein zu kontrollieren — Sie sind dazu verpflichtet. Wer ein Fahrzeug ohne entsprechende Klasse überlässt, riskiert Mitverantwortung bei einem Unfall.
Die Führerscheinprüfung muss vor jeder Übergabe stattfinden und dokumentiert werden. Halten Sie Klasse, Nummer, Ausstellungsdatum und Ablaufdatum im Übergabeprotokoll fest. Achten Sie besonders auf den Ablauf der Gültigkeitsdauer — Führerscheine der Klassen C und CE sind in Deutschland in der Regel auf 5 Jahre befristet und müssen regelmäßig verlängert werden (§ 23 FeV).
| Klasse | Fahrzeug | Gewicht (zGM) | Mindestalter | Anhänger |
|---|---|---|---|---|
| C1 | Leichter LKW | 3.500–7.500 kg | 18 Jahre | bis 750 kg |
| C1E | LKW + Anhänger | bis 12.000 kg Gesamt | 18 Jahre | über 750 kg |
| C | Schwerer LKW | ab 3.500 kg (unbegrenzt) | 21 J. (Ausn.: 18 J.)* | bis 750 kg |
| CE | LKW + Anhänger | unbegrenzt | 21 J. (Ausn.: 18 J.)* | unbegrenzt |
*) Seit 2024 dürfen Absolventen der Berufsausbildung zum Berufskraftfahrer die Klassen C und CE bereits mit 18 Jahren erwerben (Quelle: ADAC, 2026). Diese Ausnahme gilt nur bei nachgewiesener Berufsausbildung — prüfen Sie im Zweifel den Qualifikationsnachweis (BKF-Ausweis).
Wer zahlt die LKW-Maut — Vermieter oder Mieter?
Die Mautpflicht liegt beim Fahrzeughalter und Fahrzeugführer — beim Vermieten trifft der Halter (Vermieter) also die formale Pflicht zur Registrierung, die laufenden Kosten aber muss der Mieter tragen. Regeln Sie das vertraglich eindeutig: Der Mietvertrag sollte festhalten, dass der Mieter sämtliche anfallenden Mautgebühren vollständig trägt und für eine gültige On-Board-Unit (OBU) oder ein gültiges EETS-Gerät sorgt.
Seit dem 1. Juli 2024 gilt die deutsche LKW-Maut bereits für Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen technisch zulässiger Gesamtmasse, sofern sie gewerblichen Güterkraftverkehr durchführen (Quelle: BALM, 2024). Damit fallen deutlich mehr Mietfahrzeuge unter die Mautpflicht als bisher.
Aktuelle Mautsätze nach Gewichtsklasse (Stand: Juli 2024)
| Gewichtsklasse (tzGM) | Euro 6 (Cent/km) | Euro 0 (Cent/km) |
|---|---|---|
| 3,5 – 7,49 t | 11,4 Cent | 20,5 Cent |
| 7,5 – 11,99 t | 13,7 Cent | 23,6 Cent |
| 12 – 18 t | 24,2 Cent | 38,9 Cent |
| über 18 t (4 Achsen) | 26,9 Cent | 43,3 Cent |
Quelle: Toll Collect GmbH, Stand Juli 2024. Die Mautsätze setzen sich aus Infrastrukturkosten, externen Kosten und einem CO₂-Aufschlag zusammen. Neuere Euro-6-Fahrzeuge zahlen bis zu 45 % weniger als ältere Fahrzeuge ohne Schadstoffklasse — ein Argument, das Sie beim Marketing Ihres Fuhrparks nutzen sollten.
LKW-Mautsätze nach Gewichtsklasse und Euro-Norm (Cent/km, Stand Juli 2024)
Wie regeln Sie die Maut im Mietvertrag?
Empfehlen Sie dem Mieter, sich vor Fahrtbeginn bei Toll Collect zu registrieren und eine OBU (On-Board-Unit) zu nutzen. Alternativ ist die Buchung per App oder Webportal möglich. Halten Sie im Vertrag fest: „Der Mieter verpflichtet sich, sämtliche anfallenden Straßenmautgebühren für die Mietdauer selbst zu tragen und ordnungsgemäß abzuführen. Nachbelastungen durch den Vermieter aufgrund fehlender Mautentrichtung werden dem Mieter in voller Höhe weitergegeben."
Fahrtenschreiber und Lenkzeiten: Wer ist verantwortlich?
Der Fahrtenschreiber (Tachograph) ist für LKW im gewerblichen Güterkraftverkehr ab 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse Pflicht — die Verantwortung für die korrekte Bedienung liegt beim Fahrer, also beim Mieter. Als Vermieter sind Sie dafür verantwortlich, dass das Gerät technisch einwandfrei und aktuell kalibriert ist. Die EU-Verordnung 561/2006 sowie die Tachographenverordnung (EU) 165/2014 gelten unmittelbar.
Ab dem 1. Juli 2026 wird die Tachographenpflicht auf Fahrzeuge ab 2,5 Tonnen bei grenzüberschreitendem Güterverkehr und Kabotage ausgeweitet — dann ist der sogenannte intelligente Tachograph der 2. Generation Pflicht (Quelle: IHK Bodensee-Oberschwaben, 2026). Prüfen Sie rechtzeitig, ob Ihr Fuhrpark umrüstungsbedürftig ist.
Maximale Lenkzeiten im Überblick (EU-VO 561/2006)
- Tageslenkzeit: max. 9 Stunden (ausnahmsweise bis 10 Stunden an max. 2 Tagen pro Woche)
- Wochenlenkzeit: max. 56 Stunden
- Doppelwochenlenkzeit: max. 90 Stunden in zwei aufeinanderfolgenden Wochen
- Pflichtpause: 45 Minuten nach spätestens 4,5 Stunden Lenkzeit (oder aufgeteilt in 15 + 30 Minuten)
- Tägliche Ruhezeit: mind. 11 Stunden (Quelle: ZDH, 2026)
Halten Sie im Mietvertrag fest, dass der Mieter alle Lenkzeitvorschriften eigenverantwortlich einhält und Bußgelder bei Verstößen nicht auf den Vermieter abgewälzt werden können. Als Halter können Sie jedoch bei Kontrollen zur Rechenschaft gezogen werden, wenn Sie wissentlich gegen diese Regeln verstoßende Fahrten ermöglicht haben.
Sonn- und Feiertagsfahrverbot: Was gilt für Mietfahrzeuge?
Für LKW über 7,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse gilt gemäß § 30 Abs. 3 StVO ein generelles Fahrverbot für den gewerblichen Güterkraftverkehr — sonntags und an Feiertagen von 0:00 bis 22:00 Uhr. Dieses Verbot gilt unabhängig davon, ob das Fahrzeug gemietet oder eigenes Eigentum ist. Der Mieter muss das Verbot kennen und einhalten — Ihre Pflicht als Vermieter ist es, ihn darüber ausdrücklich im Mietvertrag zu informieren.
Ausnahmen vom Sonntagsfahrverbot gelten unter anderem für: den Transport von frischen Lebensmitteln, kombinierten Verkehr auf Schiene oder Wasserweg sowie bestimmte Ver- und Entsorgungsfahrten. Diese Ausnahmen müssen vom Mieter im Einzelfall nachgewiesen werden. Als Vermieter haften Sie nicht für Verstöße des Mieters — vorausgesetzt, Sie haben ihn vertraglich auf das Fahrverbot hingewiesen (Quelle: BALM).
Technische Prüfungen: HU und SP — was bleibt beim Vermieter?
Die Hauptuntersuchung (HU) ist für LKW über 3,5 Tonnen jährlich vorgeschrieben — das ist eine Pflicht des Fahrzeughalters, also des Vermieters (§ 29 StVZO i.V.m. Anlage VIII). Darüber hinaus unterliegen schwere LKW der Sicherheitsprüfung (SP), die unabhängig von der HU regelmäßig durchgeführt werden muss.
| Fahrzeugklasse (zGM) | HU-Intervall | SP-Intervall | SP ab wann |
|---|---|---|---|
| LKW 3,5 – 7,5 t | jährlich | keine SP-Pflicht | — |
| LKW 7,5 – 12 t | jährlich | alle 6 Monate | ab Jahr 4 |
| LKW über 12 t | jährlich | alle 6 Monate | ab Jahr 3 |
Quelle: § 29 StVZO i.V.m. Anlage VIII (gesetze-im-internet.de). Die SP prüft insbesondere Bremsen, Lenkung, Beleuchtung und — bei Fahrzeugen mit Ladebordwand — auch diese auf Funktion und Sicherheit. Als Vermieter müssen Sie sicherstellen, dass das Fahrzeug bei Übergabe gültige HU- und SP-Nachweise hat. Tragen Sie die Ablaufdaten ins Übergabeprotokoll ein.
Ladungssicherung: Welche Pflichten trägt der Vermieter?
Die Ladungssicherung ist primär Sache des Mieters — doch als Vermieter sind Sie mitverantwortlich, wenn Sie das Fahrzeug ohne ausreichende Zurrmittel übergeben. § 22 StVO verpflichtet Fahrer und Verlader zur Sicherung der Ladung gegen Verrutschen, Umfallen und Herunterfallen. Dazu zählt auch, dass Zurrmittel die Anforderungen der VDI-Richtlinie 2700 erfüllen.
Seit dem 1. Februar 2026 gilt die überarbeitete VDI 2700 Novelle: Blatt 3.2 führt eine Kennzeichnungspflicht für alle Ladungssicherungsmittel ein (Hersteller, ID-Nummer, Tragfähigkeit). Blatt 16 regelt erstmals einheitlich Fahrzeuge unter 7,5 Tonnen. Es gibt keine Übergangsfrist — die Anforderungen gelten sofort (Quelle: FSA24, Februar 2026). Als Vermieter: Prüfen Sie, ob die mitgelieferten Gurte und Zurrmittel entsprechend gekennzeichnet und noch tragfähig sind.
- Pflicht des Vermieters: Fahrzeug mit ausreichenden, funktionstüchtigen und gekennzeichneten Zurrmitteln übergeben; Ladebordwand und Zurrösen auf Funktion prüfen
- Pflicht des Mieters: Ladung korrekt sichern, Tragfähigkeit der Zurrmittel einhalten, VDI 2700 beachten
- Bußgeld bei Verstoß: bis zu 375 Euro für den Fahrer + Punkte in Flensburg (Quelle: § 22 StVO)
Kaution und Selbstbeteiligung bei LKW-Vermietung
Bei LKW über 3,5 Tonnen sind höhere Kautionen als bei PKW üblich und auch wirtschaftlich sinnvoll: Die Schadenpotenziale sind deutlich größer, die Reparaturkosten können schnell fünfstellig werden. Typische Kautionen liegen bei 1.000 bis 3.000 Euro, die Selbstbeteiligung bei Kaskoschäden beträgt oft 1.000 bis 2.500 Euro pro Schadensfall.
| Fahrzeugklasse | Kaution (typisch) | Selbstbeteiligung | SB-Reduzierung (Option) |
|---|---|---|---|
| 7,5-t-LKW | 1.000 – 1.500 € | 1.000 – 2.000 € | 20 – 40 €/Tag |
| 12-t-LKW | 1.500 – 2.500 € | 1.500 – 2.500 € | 30 – 50 €/Tag |
| 18–22-t-LKW | 2.000 – 3.000 € | 2.000 – 5.000 € | 50 – 80 €/Tag |
Richtwerte aus eigener Marktbeobachtung aktiver Vermietungsportale, Stand 2025 — keine amtliche Erhebung. Die Kaution sollte per Kreditkarte oder Banküberweisung vor Übergabe eingezogen werden — niemals als Barzahlung mit anschließender Rückgabe, da dies steuerlich problematisch sein kann. Vermerken Sie im Mietvertrag exakt, welche Schäden unter die Selbstbeteiligung fallen und welche Schäden (z. B. Unterbodenschäden, Reifendefekte, Glasbruch) optional abgesichert werden können.
Übergabeprotokoll für LKW: Was muss rein?
Das Übergabeprotokoll ist das wichtigste Dokument der LKW-Vermietung — es schützt Sie bei Schadensstreitigkeiten und ist im Zweifel vor Gericht das entscheidende Beweismittel. Bei LKW über 3,5 Tonnen müssen zusätzlich zu den Standard-PKW-Punkten weitere fahrzeugspezifische Bereiche dokumentiert werden.
Lesen Sie dazu auch unseren ausführlichen Leitfaden: Übergabeprotokoll Auto: Was rein muss – mit Checkliste.
Checkliste: LKW-Übergabe (Vermieter-Pflichten)
- Führerschein des Mieters prüfen — Klasse, Nummer, Gültigkeitsdatum notieren, Foto machen
- Identität verifizieren — Ausweis mit Führerschein abgleichen
- Kilometerstand dokumentieren — Foto des Tachos bei Übergabe und Rückgabe
- Kraftstoff-/Tankfüllstand festhalten — Foto und Notiz im Protokoll
- Reifen prüfen — Profiltiefe (Mindest: 1,6 mm, empfohlen: 3 mm), Luftdruck, Schäden, Reifentyp und -größe
- Bremsen prüfen — Sichtprüfung der Bremsscheiben, Belagstärke, Funktion der Feststellbremse
- Ladebordwand (falls vorhanden) — Funktion (hoch/runter), Hydraulikflüssigkeit, Sicherheitsverriegelung, letztes Wartungsdatum
- Zurrösen und Zurrmittel — Anzahl, Zustand, VDI-2700-Kennzeichnung prüfen
- Beleuchtung prüfen — alle Lichter (inkl. Rückfahrscheinwerfer, Warnblinkanlage, Bremslichter)
- HU/SP-Plakette prüfen — Ablaufdatum notieren, Prüfbericht im Fahrzeug vorhanden?
- Fahrtenschreiber-Kalibrierung — letztes Kalibrierdatum, Tachoscheiben oder Fahrerkarte vorhanden?
- Schäden dokumentieren — Fotos aller vorhandenen Schäden von allen Seiten, inkl. Ladefläche und Unterboden
- Mietvertrag und Belehrung unterschreiben — inkl. Hinweis auf Maut, Sonn-/Feiertagsfahrverbot, Lenkzeiten
- Kaution einziehen — Betrag, Zahlungsart und Datum dokumentieren
Preise und Kalkulation: Was ist am Markt realistisch?
Die Tagesmiete für einen 7,5-Tonner liegt am deutschen Markt bei 120 bis 250 Euro pro Tag, für LKW mit Ladekran zwischen 12 und 18 Tonnen werden typischerweise ab 289 Euro pro Tag aufgerufen. Schwerere Einheiten über 18 Tonnen kosten ab 359 Euro täglich. Der Kilometerpreis variiert je nach Inklusivkilometer und liegt zwischen 0,25 und 0,45 Euro pro Kilometer.
| Fahrzeugklasse | Tagesmiete (von) | Tagesmiete (bis) | km-Preis |
|---|---|---|---|
| 7,5-t-LKW | 120 € | 250 € | 0,25 – 0,35 € |
| 12–18-t-LKW (mit Kran) | 289 € | 400 € | 0,30 – 0,40 € |
| 18–22-t-LKW (mit Kran) | 359 € | 500 € | 0,35 – 0,45 € |
Bei der Preiskalkulation sollten Sie zusätzlich einrechnen: Versicherungsanteil pro Tag (Selbstfahrervermietversicherung), Wartungsrücklagen (HU, SP, Reifen), Abschreibung sowie Reinigung und Vorbereitung zwischen den Mietphasen. Wer nur auf den Tagespreis schaut und diese Kostenpositionen vergisst, kalkuliert langfristig zu knapp.
Pflichten im Überblick: Vermieter vs. Mieter
Eine der häufigsten Fehlerquellen ist die unklare Abgrenzung: Wer ist wofür verantwortlich? Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Pflichten und wer sie trägt:
| Pflicht / Bereich | Vermieter | Mieter |
|---|---|---|
| Führerschein prüfen | ✅ Pflicht | — |
| Gültige HU/SP sicherstellen | ✅ Pflicht | — |
| Tachograph kalibriert | ✅ Pflicht | Korrekte Bedienung |
| Zurrmittel bereitstellen | ✅ Empfohlen | ✅ Richtige Anwendung |
| LKW-Maut zahlen | Halter (formal) | ✅ Wirtschaftliche Pflicht (vertraglich) |
| Lenkzeiten einhalten | — | ✅ Pflicht des Fahrers |
| Sonn-/Feiertagsfahrverbot | Hinweispflicht | ✅ Einhaltung Pflicht des Fahrers |
| Ladungssicherung | Zurrösen/Mittel bereitstellen | ✅ Sichere Verladung Pflicht |
| Kraftstoffkosten | — | ✅ Pflicht (vertraglich) |
| Schäden melden | — | ✅ Sofortmeldepflicht |
Versicherung für vermietete LKW: Selbstfahrervermietversicherung
Für vermietete LKW ist eine Selbstfahrervermietversicherung zwingend erforderlich — eine normale Fuhrpark- oder Flottenversicherung deckt gewerbliche Vermietung an wechselnde Fahrer in aller Regel nicht ab. Die Selbstfahrervermietversicherung kombiniert Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko und ist speziell auf die wechselnden Fahrer beim Vermieten ausgelegt.
Stimmen Sie die Selbstbeteiligung in der Police mit der im Mietvertrag vereinbarten Selbstbeteiligung des Mieters ab — hier entstehen oft Lücken, wenn die Versicherungs-SB höher liegt als die vertraglich vereinbarte SB. Sprechen Sie mit Ihrem Versicherer oder Makler über spezifische Deckungsbausteine für LKW über 7,5 Tonnen (Quelle: GDV, 2026).
Häufige Fragen zum LKW vermieten
Ab welchem Gewicht gilt die LKW-Mautpflicht für Mietfahrzeuge?
Seit dem 1. Juli 2024 gilt die Mautpflicht für gewerblichen Güterkraftverkehr bereits ab 3,5 Tonnen technisch zulässiger Gesamtmasse — das betrifft also alle LKW-Mietfahrzeuge in dieser Klasse. Zuvor lag die Grenze bei 7,5 Tonnen. Die wirtschaftliche Pflicht zur Mautentrichtung liegt beim Mieter und sollte vertraglich geregelt sein (Quelle: BALM, 2024).
Welchen Führerschein braucht ein Mieter für einen 7,5-Tonner?
Für einen LKW bis 7,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse ist Führerschein C1 ausreichend. Ab 7,5 Tonnen wird Klasse C benötigt. Als Vermieter sind Sie verpflichtet, die Führerscheinklasse vor Übergabe zu kontrollieren und zu dokumentieren — ein Versäumnis kann Sie im Schadensfall in die Mithaftung bringen (§ 21 StVG).
Darf ich als Vermieter einen LKW ohne SP-Nachweis übergeben?
Nein — die Sicherheitsprüfung (SP) ist für LKW über 7,5 Tonnen ab einem bestimmten Fahrzeugalter alle 6 Monate Pflicht (§ 29 StVZO, Anlage VIII). Ein LKW ohne gültige SP darf nicht auf öffentlichen Straßen betrieben werden. Als Halter haften Sie, wenn Sie ein Fahrzeug ohne gültige Prüfungen vermieten und es dabei zu einem Unfall kommt.
Gilt das Sonntagsfahrverbot auch für Mietfahrzeuge?
Ja. Das Sonntagsfahrverbot nach § 30 Abs. 3 StVO gilt unabhängig vom Eigentumsverhältnis — auch gemietete LKW über 7,5 Tonnen dürfen sonntags und an Feiertagen zwischen 0:00 und 22:00 Uhr keine gewerblichen Gütertransporte durchführen. Als Vermieter sollten Sie den Mieter im Mietvertrag ausdrücklich auf dieses Verbot hinweisen.
Wie hoch sollte die Kaution bei einem 7,5-Tonner sein?
Die Kaution liegt marktüblich zwischen 1.000 und 1.500 Euro für 7,5-Tonner. Die Selbstbeteiligung bei Schäden beträgt typischerweise 1.000 bis 2.000 Euro. Eine höhere Kaution ist wirtschaftlich sinnvoll, da allein Karosserieschäden an Nutzfahrzeugen schnell mehrere tausend Euro kosten können. Ziehen Sie die Kaution vor Übergabe ein und quittieren Sie den Eingang schriftlich.
Wer haftet bei einem Verstoß gegen die Lenkzeiten?
Primär haftet der Fahrer — also der Mieter. Als Halter kann der Vermieter jedoch dann in die Haftung geraten, wenn er wissentlich Einsatzbedingungen ermöglicht hat, die Lenkzeitverstöße geradezu provozieren (z. B. überlange Mietzeiten für Langstrecken ohne ausreichende Pausen). Regeln Sie im Mietvertrag klar, dass der Mieter sämtliche Fahrtenschreiber- und Lenkzeitpflichten eigenverantwortlich einhält.
Fazit: LKW vermieten erfordert mehr als einen Schlüssel übergeben
LKW über 3,5 Tonnen zu vermieten ist profitabel — setzt aber ein deutlich tieferes Verständnis der rechtlichen Rahmenbedingungen voraus als die Vermietung eines PKW. Führerscheinprüfung, HU und SP, Tachographkalibrierung und das Bereitstellen normgerechter Zurrmittel sind Vermieterpflichten, die Sie nicht an den Mieter delegieren können. Maut, Lenkzeiten und Ladungssicherung hingegen liegen im Verantwortungsbereich des Mieters — vorausgesetzt, Sie haben das vertraglich eindeutig geregelt.
Ein lückenloses Übergabeprotokoll ist das wichtigste Instrument, um sich bei Schadensstreitigkeiten abzusichern. Wer dieses Protokoll noch mit Papier führt, verschenkt Zeit und Rechtssicherheit. Lesen Sie dazu auch unsere Beiträge zu Wohnmobil vermieten: Mietvertrag & Kaution und Autovermietung eröffnen 2026: Der komplette Leitfaden.
Über den Autor
Co-Founder & CTO
Dario verantwortet die technische Plattform hinter DocuRent. Er baut die Werkzeuge, mit denen Vermieter ihre Übergaben, Verträge und Abrechnungen digital abwickeln — und kennt den Papierkram, den sie ersetzen, aus dem Alltag hunderter Vermietungen.
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